Fastenkalender

18. Februar 2026

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Die Fastenzeit ist für Kinder oft etwas Abstraktes: vierzig Tage sind lang, Ostern scheint noch weit weg, und „Verzicht“ klingt erstmal nicht besonders ansprechend für Kinder.

Deshalb habe ich mir einen Fastenkalender überlegt, der unseren Kindern hilft, diese besondere Zeit greifbar, verständlich und positiv zu erleben.

Mein Mann hat diesen liebevollen Fastenkalender gemalt, ein bisschen wie ein Spielbrett, das sich durch die 40 Tage bis Ostern schlängelt. Jeden Tag wird ein Feld angemalt. So sehen die Kinder ganz konkret, wie viele Tage es noch bis Ostern sind, und haben richtig Freude daran, täglich ein „Feld“ weiterzugehen.

Tag für Tag begeben wir uns auf eine Reise näher zu Ostern. Wir als Familie machen uns gemeinsam auf den Weg zur Auferstehung, nehmen uns Zeit für unsere Beziehung zu Gott und zu einander.

Glaube wird nicht nur erklärt, er ist nicht nur Theorie sondern bekommt Raum in unserem Alltag und wird gemeinsam gelebt.

Die besonderen Tage im Kirchenjahr sichtbar machen

Auf dem Kalender sind die wichtigsten Tage der Karwoche extra mit Symbolen gekennzeichnet:

  • Palmsonntag

  • Gründonnerstag

  • Karfreitag

  • Karsamstag

  • Ostersonntag

Das gibt uns wunderbare Anknüpfungspunkte für Gespräche:

Was ist an diesem Tag passiert?
Warum ist er wichtig?
Was feiern oder an was erinnern wir uns?

So wird der Kalender nicht nur ein Zählspiel, sondern ein echter Begleiter durch die Fastenzeit, der den Kindern auch wichtige Informationen über Jesus Leben weitergibt. 

Wöchentlicher Verzicht – kindgerecht umgesetzt

Zwischen den kleinen Fischen auf dem Kalender liegt immer eine Woche. Das nutzen wir so, dass sich die Kinder jede Woche eine Sache überlegen, auf die sie verzichten möchten.

Zum Beispiel:

  • eine Woche keine Schokolade

  • eine Woche weniger Bildschirmzeit

  • eine Woche besonders hilfsbereit zu anderen sein

  • eine Woche versuchen, nicht mit den Geschwistern zu streiten bzw. nachzugeben

So lernen die Kinder ganz nebenbei:
Fasten heißt nicht nur „weniger haben“, sondern bewusster leben, Rücksicht nehmen und an andere denken.

Wie erkläre ich meinem Kind das Verzichten?
Wenn wir in der Fastenzeit auf etwas verzichten, ist das wie ein kleines Zeichen unserer Liebe.
Es ist, als würden wir sagen:
„Ich schenke dir das Jesus, weil ich dich lieb habe.“

Jeden Sonntag einen Heiligen entdecken

Zusätzlich lernen wir an jedem Sonntag einen Heiligen oder eine Heilige kennen. Das ist für Kinder oft unglaublich spannend, weil es echte Geschichten mit echten Menschen waren. Es waren Erlebnisse, die wirklich passiert sind. 

Zum Beispiel:

  • Heiliger Carlo Acutis

  • Heilige Elisabeth von Thüringen

  • Heiliger Franziskus von Assisi

  • Heiliger Martin

  • Heilige Therese von Lisieux

  • Heilige Mutter Teresa

Wir lesen eine kurze Geschichte zum jeweiligen Heiligen, sprechen darüber und malen dazu ein Bild des Heiligen aus. So verbinden die Kinder Glauben mit Vorbildern aus dem echten Leben – und merken: Heilige waren keine perfekten Supermenschen, sondern ganz normale Menschen, die Jesus besonders lieb hatten.

Gründonnerstag – das letzte Abendmahl

Den Gründonnerstag kann man auch sehr nett mit Kindern gestalten finde ich. Das letzte Abendmahl und die Fußwaschung sind Themen, die meistens sehr interessant für Kinder sind, dazu kann man einiges erzählen und sie stellen oft ganz coole Fragen dazu. 

Um den Kindern diesen Tag nochmal zu verdeutlichen kann man zb. ein Spiel spielen:

„Finde etwas Grünes!“
Suche 5 grüne Gegenstände in der Wohnung: das kann zb. ein Spielzeug, ein Lebensmittel, ein Kleindungsstück, ein Buch oder ähnliches sein. Am Ende zeigen alle ihre grünen Schätze, die sie gefunden haben. Ihr werdet staunen, wie viel Grünes man zu Hause hat.

Grünes Essen
An diesem Tag wird gemeinsam etwas Grünes gekocht.

Wir essen zum Beispiel:

  • Spinat

  • Gurke

  • Salat

  • Kräutersuppe

Und erklären dazu: „Jesus hat an diesem Tag mit seinen Freunden gegessen und gezeigt, wie wichtig Teilen und Gemeinschaft sind.“ Wir als Familie bleiben verbunden auch wenn schwere Zeiten kommen. Wir halten zusammen.

Die Fußwaschung
Wascht euch gegenseitig die Füße als Zeichen von Demut und Dienst am Nächsten. 

Karfreitag – Der Tag an dem Jesus gestorben ist 

Der Karfreitag ist bei uns ein sehr stiller und berührender Tag. Wir besuchen gemeinsam das „Grab Jesu“ in einer Kirche. Davor gehen wir in ein Blumengeschäft und jedes Kind darf sich eine Blume aussuchen. Diese legen sie dann ganz bewusst beim Grab nieder.
Ich beobachte sie gerne dabei, wie stolz sie die Blumen bis zur Kirche tragen und wie behutsam die Kinder sie dann beim Grab abgelegen. 

Ganz ohne viele Worte verstehen sie:
Heute ist ein trauriger Tag! Denn unser liebster Jesus hat so ein starkes Leiden auf sich nehmen müssen. 

Wir besprechen den Kreuzweg und schauen uns die Bilder dazu an.

Wichtig: Nur Jesus ist wieder auferstanden, das ist etwas ganz Besonderes und eine große Ausnahme. Wenn wir Menschen sterben, dann wachen wir nicht mehr auf. 

Karsamstag – Licht in der Dunkelheit

Am Karsamstag besuchen wir in der Nacht die Auferstehungsmesse mit Osterfeuer. Das Feuer, das Licht und die Kerze sind für Kinder sehr starke Symbole. Es ist ein Fest der Freude. Die Kinder spüren: Nach der Dunkelheit kommt das Licht. Nach der Stille kommt das Leben.

Außerdem lassen wir unsere Osterjause segnen – die Speisen, die wir am nächsten Tag gemeinsam essen werden.

Ostersonntag – ein Fest der Freude

Am Ostersonntag feiern wir Ostern ganz klassisch:

  • mit Ostereiersuche

  • mit einer gemeinsamen Osterjause

  • mit der ganzen Familie

Nach den 40 Tagen ist das Warten vorbei und das Fest umso schöner. Die Fastenzeit fühlt sich für unsere Kinder nicht wie ein Muss an, denn sie verzichten gerne für Jesus. Die Kinder erleben Ostern nicht nur als „Süßigkeiten-Tag“, sondern als großes Freudenfest nach einer gemeinsamen Reise.